Soweit bekannt ist, fand die erste zum Teil organisierte Dorffasnet bereits 1949-1950 in Weilheim statt. Mit einer Giraffe, Masken und Kostümen zogen Jugendliche und junggebliebene am Fasnetsmäntig durch das Dorf und erfreuten, oder ärgerten manche Bewohner.
Zum Essen gab es am schmotzigen Donnerstag in den meisten Familien Fasnetsküchle. Die maskierten Kinder die sich über die närrischen Tage an der Dorffasnacht beteiligten, bekamen in vielen Häusern rohe Eier geschenkt.
Die im Dorf ansässigen Handwerker wurden am Montagmorgen von den feiernden Fasnetsnarren vom Arbeitsplatz weg in den Frohsinn zum Frühschoppen abgeholt und mit Ofenruß eingeschmiert.
„Viele warteten bereits darauf abgeholt zu werden, manche sträubten sich auch hartnäckig“
Pius Martin war 1948 der Erste, der bei der Vereinsfasnet des Turnerbundes im Vereinslokal „Gasthaus Krone“ ein Narrenblatt vorstellte.
Die ersten Schneeganshausener Nachrichten wurden 1955 von Ewald Bacher getextet und ebenfalls an der Vereinsfasnet im Vereinslokal „Gasthaus Krone“ vorgetragen. Er erntete dabei viel Lob und Anerkennung, dass er es 1956 wiederholte.
Im laufe der Zeit gab es dann immer mehr fasnetsinteressierte Bürgerinnen und Bürger in Weilheim die sich auch von der aus Möhringen stammenden Hilde, Frau des späteren Narrenpräsidenten Jakob Dreher von ihrem badischen Temperament anstecken und überzeugen ließen.
Man traf sich regelmäßig am Stammtisch im Gasthaus „Frohsinn“ bei den Wirtsleuten Karl und Angela Kupferschmid, bei denen die Narren große Unterstützung fanden. Hier entstanden auch die meisten Ideen für die Umzüge.
Bei einer dieser lustigen und fröhlichen Stammtischrunden wurde kurz vor der Fasnet 1957 die erste Geld-Sammlung von den Anwesenden zur Anschaffung von Kostümen für einen kurzfristig geplanten Umzug am Fasnetsmäntig durchgeführt.
Jakob Dreher wurde beauftragt 3 übergroße Narrenköpfe zu kaufen, die dann unterstützt von weiteren Gruppen, Wagen, Hand- und Kinderwagen durch das Dorf zogen und die Einwohner mit ihren tollen Ideen begeisterten.
Die Anregung für diesen ersten Umzug kam allerdings vom Frohsinnwirt selbst. Er hatte zusammen mit seiner Frau Angela bereits eine lebensgroße Puppe hergerichtet, die er auf Rollen durch das Dorf ziehen wollte. Horst Bacher hat zufällig von dieser geheimen Idee erfahren und war so begeistert, dass er spontan zusammen mit Hilde Dreher und Ruth Häring einen Kinderwagen mit installierter Musik organisierte, mit dem sie dann gemeinsam mit Karl Kupferschmid und seiner Puppe am Montagmorgen durch das Dorf zogen und viel Gelächter, Anerkennung und Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Keiner der Einwohner ahnte oder vermutete, dass es sich hier um einheimische Fasnetsnarren handelt.
Am Nachmittag war dann die Einwohnerschaft dermaßen überrascht, welch ein großer Fasnetsumzug sich durch das Dorf bewegte, an dem oben genannte selbstverständlich nochmals mitwirkten.
1958
Um noch mehr Leute zum mitmachen an der Fasnet zu animieren begann man am Montagmorgen mit dem Fasnetsausschellen (Wecken) und dem streuen von Narrensamen (Spreu).
Die ersten Einkäufe (Kostüme und Masken) für den geplanten Umzug wurden von Säckelmeister Ewald Bacher getätigt.
Dieser hat dann auch dementsprechend an Größe und Attraktivität zugenommen und ist weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt geworden.
War es in den ersten beiden Jahren unter dem Präsidenten und Narrenvater Jakob Dreher und Säckelmeister Ewald Bacher eine überwiegend unbekümmert, fröhlich und muntere Narrenschar die den Umzug gestaltete, so einigte man sich um eine bessere Organisation zu bekommen nach der Fasnet 1958 darauf, einen Ausschuss zu bilden.
Dieser wurde in der Versammlung am 11.11.1958 gewählt und mit folgenden Personen besetzt:
Jakob Dreher, Leonhard Dreher, Alwin Müller, Bruno Müller, Roland Fleischmann, Horst Bacher und Ewald Bacher.
Die Ortschaft Weilheim liegt etwas nördlich von Tuttlingen. Zur Narrenkameradschaft Weilheim gehören zum einen die Hästräger (Ganspferchweiber) und zum anderen die Guggenmusik (Noten
Chaoten).
Die Hästräger beziehen sich auf einen um die Jahrhundertwende zur Federgewinnung unterhaltenen Ganspferch. Die Bauersfrauen, welche die Gänse morgens im Pferch ablieferten, abends wieder abholten
und das Rupfen der Gänse besorgten, wurden Ganspferchweiber genannt. Diese Bezeichnung wurde 1982 als Name für unsere Narrengruppe wieder aufgegriffen. Getreu dem Brauchtum verteilen die
Ganspferchweiber auch heute noch während den Umzügen Federn an die Zuschauer.
Die Guggenmusik Notenchaoten entstand 1994.
Ihren Namen hat die Guggenmusik durch einen Namenswettbewerb erhalten.
Seit Ende 1998 ist die Narrenkameradschaft 1957 Weilheim ein eingetragener Verein. Sie besteht 443 Mitgliedern (Stand 03/2026), davon 250 Hästräger, ca. 30 Guggenmusikern und etwa 150 passiven Mitgliedern.
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